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Zuruck

Erstellt von:
Alex

Erstellt am:
28.12.2008

Viele Menschen haben mehr als einen Volkswagen, aber ich denke, dass meine Kombination etwas ungewöhnlich ist.
Zeit meines Lebens bin ich im elterlichen VW mitgefahren und so stand fest, dass auch ich eines Tages ein Auto aus Wolfsburg fahren würde.
Als der 18. Geburtstag näher rückte, die Führerscheinprüfung war gerade bestanden, stellte sich die Frage, welcher Wolfsburger es denn sein sollte. Die Luftgekühlten gefielen mir schon immer und als ich erfuhr, dass in der Nachbarschaft ein Käfer zu verkaufen war, brauchte ich nicht lange zu überlegen. Da stand er, mein metallic-grauer Jubi-Käfer Baujahr 1985, für damals 5500 Mark gekauft. Es folgten drei Wochen des Wartens auf den 18.Geburtstag, die aber mit kleinen Instandsetzungsarbeiten wie beispielsweise Tauschen der etwas angerosteten Scheinwerferringe, Einstellen der Ventile, etc. überbrückt werden konnten.
Dann war der Führerschein endlich da und fortan begleitete mich mein Krabbeltier überall hin. Das war zunächst zur vorrangig der Weg zur Schule, denn wer fährt noch mit dem öffentlichen Schulbus, wenn er auch Käfer fahren kann! So fuhr mich mein Käfer auch zu den Abiturklausuren und nach bestandenem Abitur war er natürlich auch bei der anschließenden Feier dabei.
Nach dem Abitur folgten Zivildienst und Studium, natürlich immer mit dem Käfer dabei. Nach dem Studium – auch hier war der graue Mexikaner bei der Abschlussfeier dabei – folgte der Wunsch, den guten alten Kameraden ein wenig zu entlasten, denn die Winter mit ihrem Streusalz fingen an, ihm ein wenig zuzusetzen. Trennen wollte ich mich auf keinen Fall von ihm und so stand von Anfang an fest, dass das neue Auto immer nur zusätzlich zum Käfer, nie aber anstelle von ihm, angeschafft werden würde.
Die Wahl viel auf einen fabrikneuen Polo 6N mit 60 PS. Der machte allerdings etliche Probleme, so dass er bald durch einen Polo 9N mit 100 PS-TDI ersetzt wurde.
Zu dieser Zeit wurde ich mit einem ganz anderen Virus infiziert, der aber natürlich auch in den Produkten von Volkswagen begründet lag. Ich lernte einige neue Freunde kennen, die die alten luftgekühlten VWs zwar auch schön fanden, vor allem aber auf die schnellen Modelle der Neuzeit mit den drei magischen Buchstaben standen: GTI! Sie nahmen mich mit zum berühmten GTI-Treffen am Wörthersee und ich fand auch gefallen an den schnellen wassergekühlten, vor allem wenn sie mit schönen Alu-Felgen und neue Lackierungen veredelt waren.
Folglich erfuhr der Polo einige Veränderungen: Er rollte plötzlich mit Rundumverspoilerung, Alu-Pedalen, etc durch die Lande. Damit war er im folgenden Jahr auch am Wörthersee, doch es reifte langsam der Plan, das Original zu besitzen. Ein echter GTI sollte her. Es wurde lange gespart und im September 2007 stand er in der Autostadt in Wolfsburg erstmals vor mir: Mein GTI, ein feuerrotes Geschoss mit 200 PS. Die ersten Kilometer mit diesem Traum in rot waren ein Gefühl wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag an einem Tag. Und seitdem bin ich stolzer Besitzer der beiden absoluten und unsterblichen Kultautos von VW: Der Käfer und der Golf GTI. Dabei muss der neue rote Renner zwangsläufig die Rolle des Alltagsautos übernehmen, denn der Käfer hat sich mittlerweile sein Gnadenbrot redlich verdient. Nach 23 Jahren und 220.000 Km darf er es sich leisten in Winterschlaf zu verfallen und nur noch im Sommer bei schönem Wetter die Straßen zu erkunden. Aber auch der GTI wird den Lohn für seine tägliche Arbeit erhalten. Im kommenden Frühjahr wird ihm der Ritterschlag für jeden GTI zuteil: Eine Fotoserie von ihm in Reifnitz beim kommenden GTI-Treffen…

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