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Zuruck

Erstellt von:
Lilly

Erstellt am:
13.03.2009

Golf GTI 16 V, KR-Motor ohne Kat mit 139 PS

1997 sah ich ihn zum ersten Mal, den Golf GTI 16V. Es war Liebe auf den ersten Blick. Wie er da so vor mir stand, lila lackiert, aufgemotzt mit breiten Reifen
(8 und 9 x 14), Powertechfelgen und tief ohne Ende. Und der Sound erst, die Supersprintanlage ohne TÜV ;o) ließ mich dahin schmelzen. Er blubberte immer so vor sich hin, wie wenn er auch was zu sagen hätte.
Doch leider, leider gehörte er da noch nicht mir. Ein Bekannter hatte ihn gekauft. Dieser Bekannte tat damals alles für diesen Golf. Er hegte und pflegte ihn, baute andere Spiegel an und verschönerte ihn wo es nur ging.
Da mein Bekannter irgendwann seinen Technikerabschluss nachmachte, wurde der Golf in meine Obhut übergeben. Oh welch große Freude es für mich doch war, endlich mit diesem tollen Auto rumzuheizen. Ich fühlte mich wie im Himmel, sobald ich in ihm saß. Er ließ sich so geil fahren, lag wie ein Brett auf der Straße. Ich hatte zuvor Polos gefahren, doch der Golf übertraf all meine Erwartungen.
2001 fuhren der Besitzer, ein Bekannter und ich mit dem Golf an den Wörthersee. Wir kamen auf die lustige Idee, dem Golf meine 13 Zoll Tramontfelgen zu verpassen, was möglich war, da der Golf noch eine 13“ Bremsanlage hat. Mein Gott war das Auto tief. Wirklich ein Traum. Blöd nur das 3 Leute + Gepäck im Auto ein kleines bisschen Übergewicht verursachen. Wir fuhren gerade so auf der Autobahn bei Leipheim, als mein Bekannter meinte, gerade wäre ein schwarzer Audi mit Zivilpolizei aus einem Rastplatz heraus gefahren. Scheiße!!! Und wie soll es auch anderst sein, natürlich verfolgten sie uns und winkten uns an der nächsten Abfahrt heraus. Nach einigem hin und her und ein paar blöden Sprüchen (von wegen meine Oberweite würde das Auto so tief machen – Frechhheit!!!) durften wir, nachdem wir Gepäck umgeladen hatten weiterfahren, obwohl der Golf an den Radläufen streifte (meine armen Reifen, heul). Am Wörthersee war der Golf dann eine kleine Sensation,
ich platzte fast vor Stolz.

Nach dem W-See durfte ich den Golf noch einige Zeit fahren, bis er abgemeldet wurde, da mein Bekannter seinen Techniker nachmachte
und den Golf nicht mehr verhalten konnte.
(456 Euro nur Steuern im Jahr – Unverschämtheit wie ich finde).
Wie es der Zufall will, wurden mein Bekannter und ich ein paar Jahre später ein Paar. Welch ein Glück, nun konnte ich den Golf fahren, wann ich wollte. Bevor wir als Paar zusammenkamen, wollte mein Bekannter 17“ auf den Golf machen, was dank mir dann letztendlich verhindert wurde.
Weil meine Meinung lautet: kleines Auto = kleine Felgen. Und mit 14“ ist der Golf schließlich viel tiefer als wie mit 17“. Ganz einfach!
Auch eine neue Lackierung war dringend nötig, doch da wir nicht viel Geld hatten, wurde er nur schwarz matt lackiert, was im Endeffekt aber sehr gut aussah.

2004 fuhren wir dann erneut an den Wörthersee, diesmal ohne Zwischenfälle, zumindest auf der Fahrt dort hin. Viele konnten am W-See diese unglaubliche Tiefe gar nicht fassen, dass ging mir natürlich runter wie Öl. Ich muss noch dazu sagen, das wir damals unerlaubter Weise mit Kurzzeitkennzeichen an den See fuhren. Am See war dann schlechtes Wetter, uns war langweilig, also fuhren wir halt einige Runden um den See. An diesem Tag waren nicht viele Leute unterwegs, es war kalt, windig und regnete. Und wem war es noch langweilig? Genau, der österreichischen Polizei. Und was tut man gegen Langeweile? Man hält deutsche, tiefe Autos an, um sie ein bisschen zu ärgern. So auch uns, aber nicht nur einmal, sondern gleich zweimal und das an einem Tag. Strafe mussten wir zahlen, weil wir den Brief im Hotel liegen liessen (mir war das zu riskant, den Brief im Auto zu lassen) und wir hatten ja nur den Brief, wegen den Kurzzeitkennzeichen. Und so ging es dann lustig weiter. Insgesamt zahlten wir eine Strafe von 75 Euro,
nur wegen schlechtem Wetter.
Auf der Heimfahrt hatten wir Glück, da wir relativ früh losfuhren. Denn wie wir von Bekannten erfuhren wurden später sehr viele GTIs auf der Autobahn Richtung Deutschland herausgezogen und gleich stillgelegt.
Spaßbremsen kann ich da nur sagen!
2005 fuhren wir dann nach Kroatien. Ich wollte nicht die langweilige Autobahn fahren und so beschlossen wir über den Brenner zu fahren. Auf der Brennerautobahn verpassten wir aber leider die Ausfahrt. Kann daran liegen, dass der Golf einfach so geil auf der Straße lag. Es fühlte sich beim Gasgeben an, wie wenn er sich an die Straße ansaugt, wegen der Tiefe und so. Für mich einfach nur geil. Irgendwann oben in Tirol/Meran waren zu der Zeit heftige Regenfälle, die Straßen waren überflutet, wir hatten schon Panik, der Golf könnte absaufen. Vor allem in einem Tunnel stand das Wasser mindestens 10 cm hoch, wenn nicht noch mehr. Ich war in Panik, wünschte mir nur, dass das Wasser nicht den Luftfilter erreicht. Aber wie immer hatten wir riesen Glück.
Nach dem großen Regen kamen wir auf eine Alm, wo uns tausende von Schafen entgegen kamen. Ich hab noch nie so viele Schafe auf einem Haufen gesehen. Wir konnten nicht weiterfahren, da die Schafe gerade von der Alm abgetrieben wurden. Die Schafe liefen so dicht am Golf vorbei, so dass er nach dem großen Regen gleich noch mit Schaffell poliert wurde. Gut gelaunt kamen wir also in Kroatien an und verbrachten dort mit dem Golf einige schöne Tage,
dem auch die große Hitze nichts ausmachte.

Doch alles schöne geht einmal zu Ende, so auch die Beziehung zwischen mir und dem GTI-Fahrer. Da er mittlerweile auf den Motorradtrip umgeschwenkt hatte, fand ich es eine gute Idee, mir den Golf unter den Nagel zu reissen.
Ganze 1500 Euro hat es mich gekostet, für ein Auto das Baujahr 1987 ohne Kat ist. Doch das war er mir eben wert.
Endlich, 2007 gehörte er mir. Ich hatte also 10 Jahre gewartet, bis er endlich MEINS war. Ich habe zu diesem Auto in all den Jahren eine Bindung aufgebaut. Ich rede mit ihm und singe ihm an seinem Geburtstag sogar ein Ständchen. Er hat mich nie enttäuscht, er ist immer gelaufen und läuft immer noch.
Letztes Jahr bekam er noch mal 2 Jahre TÜV, bin stolz wie Oscar. Und nun hoffe ich, dass ich noch viele Jahre Freude an ihm habe. Was nicht sehr einfach werden wird, da ja der Staat alles dafür tut, die alten Autos zu verbannen. Was ich ehrlich gesagt nicht verstehen kann.
Als ob es nichts wichtigeres auf der Welt gibt.

Ein riesiges Dankeschön möchte ich auch noch an VW aussprechen, die dieses Auto gebaut haben und mir dadurch soviel Lebensfreude ermöglicht haben.
Danke VW – ihr seid und bleibt die Besten!!!

Tanja und ihr Golf GTI

P.S.
Leider wird es mal wieder Zeit für eine
komplett Erneuerung (schleifen, lackieren, etc.) ,
die Zeit hat leider viele Spuren hinterlassen.
Falls also jemand günstige Kontakte weiß,
oder sich selbst als Sponsor betätigen möchte,
würde ich mich über Nachrichten sehr freuen.

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